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Nutzungsbedingungen für Kanzleien

Fassung vom 21. Oktober 2026

Für das kostenlose Kanzlei-Konto in casse zwischen der Selyus e.U., Turnergasse 12/2/9, 1150 Wien, Österreich (FN 685012 x, Handelsgericht Wien, UID ATU83604627; „wir“) und der Kanzlei, die ein Kunde von casse als seine Steuerberatung einlädt („Kanzlei“).

1. Geltung, Kanzlei, Unternehmer

Diese Bedingungen gelten für das Kanzlei-Konto: ein kostenloses Konto in casse für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, Bilanzbuchhalter und Buchhalter („Steuerberatung“), die ein Kunde von casse einlädt. Sie richten sich nur an Unternehmer im Sinne des § 1 UGB; wer das Konto anlegt, bestätigt, für die Kanzlei zu handeln.

Hat die Kanzlei schon ein Login in casse, etwa für ihren eigenen Betrieb, nimmt sie eine Einladung damit an; für diesen Zugang gilt dann Punkt 14 der AGB. Will die Kanzlei casse für sich selbst nutzen (Kassa, Rechnungen), registriert sie sich wie jeder Betrieb; dafür gelten die AGB und der Auftragsverarbeitungsvertrag.

Bedingungen der Kanzlei gelten nicht. Die Datenschutzerklärung ist eine Information, kein Vertrag.

2. Leistung

Das Kanzlei-Konto ist kostenlos: kein Abo, keine Registrierkasse, keine Module, und wir verrechnen dafür nichts.

Es zeigt die Klienten, die der Kanzlei Zugang gegeben haben, und führt in ihre Firmen. Dort liest die Kanzlei Belege, Kassabuch, Auswertungen, Rechnungen und Eingangsrechnungen, holt die Exporte daraus und pflegt die Kontenzuordnung. Kassieren, stornieren, Belege, Rechnungen, Artikel, Benutzer und Abo ändern kann sie nicht; Personal- und Gesundheitsdaten sieht sie nie.

Wir entwickeln das Kanzlei-Konto weiter. Fällt eine wesentliche Funktion weg, kündigen wir das mindestens 30 Tage vorher an.

Einen Anspruch auf Zugang zu einem bestimmten Klienten gibt es nicht: ob und wie lange es ihn gibt, entscheidet der Klient.

3. Einladung und Ende eines Zugangs

Den Zugang gibt der Klient. Er lädt die Kanzlei mit ihrer E-Mail-Adresse ein; die Einladung gilt sieben Tage. Ist das Login der Kanzlei jünger als die Einladung, gilt der Zugang erst, wenn der Klient ihn bestätigt.

Der Klient kann den Zugang jederzeit entziehen; dann endet er sofort, auch eine offene Sitzung in seiner Firma. Die Kanzlei kann einen Klienten auch selbst abgeben, auf ihrer Startseite mit „Zugang beenden“; der Zugang endet dann ebenso sofort, und der Klient bekommt in casse eine Nachricht. Auf eine Nachricht an office@casse.at beenden wir einen Zugang auch selbst.

4. Anmeldung und Sicherheit

Das Kanzlei-Konto gehört einer Person mit ihrer eigenen E-Mail-Adresse; der zweite Faktor ist Pflicht. Der Wechsel in die Firma eines Klienten verlangt eine frische Bestätigung mit Passwort und Code.

Die Kanzlei hält Passwort, zweiten Faktor und Wiederherstellungscodes geheim, lässt niemanden unter ihrem Login arbeiten, meldet sich an fremden oder gemeinsam genutzten Geräten nach der Arbeit ab und meldet einen Verdacht auf Missbrauch sofort an office@casse.at.

5. Pflichten gegenüber den Klienten, Datenschutz

Die Kanzlei nutzt den Zugang zu einem Klienten nur für dessen Auftrag. Sie wahrt ihre berufliche Verschwiegenheit (für Berufsberechtigte nach dem WTBG 2017 dessen § 80) und gibt Daten eines Klienten keinem anderen Klienten und niemandem sonst weiter, außer der Auftrag oder das Gesetz verlangt es.

Für die Daten, die sie in casse liest oder exportiert, ist die Kanzlei gegenüber dem Klienten und den betroffenen Personen selbst verantwortlich: in der Regel als eigene Verantwortliche nach der DSGVO, weil sie ihren Beruf eigenverantwortlich und frei von fachlichen Weisungen ausübt; als Auftragsverarbeiterin des Klienten nur, wenn sie das mit ihm so vereinbart, und dann nach Art. 28 DSGVO. Wir sind nicht Partei des Vertrags zwischen Kanzlei und Klient und nicht ihr Auftraggeber.

Was die Kanzlei aus casse exportiert, liegt danach bei ihr; für diese Kopien gelten ihre Pflichten, nicht unsere.

6. Daten

Die Daten der Klienten verarbeiten wir für die Klienten, nach deren Auftragsverarbeitungsvertrag. Die Kanzlei sieht sie nur, solange und soweit ein Klient es zulässt; einen eigenen Anspruch auf diese Daten gibt ihr das Kanzlei-Konto nicht.

Die Daten des Kanzlei-Kontos selbst (Name der Kanzlei, Namen und E-Mail-Adressen, Passwort nur als Hash, zweiter Faktor verschlüsselt, Anmeldungen, Liste der Klienten) verarbeiten wir als Verantwortlicher, wie unsere Datenschutzerklärung sagt. Wir verkaufen sie nicht, geben sie niemandem für dessen eigene Zwecke und werten sie nicht für uns aus. E-Mails schicken wir der Kanzlei nur zum Konto und zu ihren Klienten (Einladungen, Sicherheit, Verträge), keine Werbung.

Ein Klient sieht in seinem Ereignisprotokoll, mit welchem Namen und wann die Kanzlei in seine Firma gewechselt ist, was sie exportiert und was sie an der Kontenzuordnung geändert hat.

7. Zustimmungen und Nachweis

Diese Bedingungen nimmt die Person an, die das Kanzlei-Konto anlegt. Spätere Fassungen nimmt sie auf der Startseite des Kanzlei-Kontos an, mit ihrem zweiten Faktor.

Jede Erklärung halten wir fest: Person, Zeitpunkt, Fassung und Fingerabdruck des Textes, Wortlaut der Bestätigung, Verfahren, IP-Adresse und Browser, in einem Protokoll, das nur ergänzt werden kann und dessen Einträge verkettet sind. Nach jeder Zustimmung bekommt die Kanzlei eine E-Mail mit dem Text als PDF. Stammt eine Erklärung nicht von ihr, meldet sie das binnen 14 Tagen an office@casse.at; dann behandeln wir sie als nicht abgegeben, und der Eintrag bleibt mit diesem Vermerk stehen.

8. Neue Fassungen

Diese Bedingungen ändern sich nur mit Zustimmung der Kanzlei. Eine neue Fassung kündigen wir mindestens 2 Monate vor dem Wirksamwerden per E-Mail und auf der Startseite des Kanzlei-Kontos an, mit dem neuen Text, einer Übersicht der Änderungen und der Kurzfassung in den Sprachen der App.

Bis zur Zustimmung gilt die bisherige Fassung. Stimmt die Kanzlei bis zum Wirksamwerden nicht zu, dürfen wir das Kanzlei-Konto zu diesem Tag beenden; wir erinnern vorher daran. Mit ihrer Zustimmung läuft es weiter.

9. Verfügbarkeit und Haftung

Wir streben dieselbe Verfügbarkeit an wie für unsere Kunden (99,5 % im Monatsmittel); eine bestimmte Quote schulden wir nicht. Für die Richtigkeit der Daten, die ein Klient in casse erfasst, stehen wir der Kanzlei nicht ein.

Unbeschränkt haften wir für Vorsatz und grobe Fahrlässigkeit, für Personenschäden und nach Art. 82 DSGVO. Bei leichter Fahrlässigkeit haften wir für vorhersehbare, vertragstypische Schäden, höchstens bis 10.000 € je Schadensfall; entgangenen Gewinn und mittelbare Schäden ersetzen wir dann nicht. Die gesetzliche Verjährung gilt; wir verkürzen sie nicht.

10. Laufzeit, Kündigung, Löschung

Das Kanzlei-Konto läuft auf unbestimmte Zeit. Die Kanzlei kann es jederzeit ohne Frist kündigen, mit einer E-Mail an office@casse.at. Wir können mit einer Frist von 3 Monaten kündigen, aus wichtigem Grund sofort, insbesondere bei Missbrauch des Zugangs zu einem Klienten. Endet das Kanzlei-Konto, enden alle Zugänge zu Klienten; wir teilen das den Klienten mit.

Nach dem Ende löschen wir das Kanzlei-Konto binnen 30 Tagen. Die Nachweise der Zustimmungen bewahren wir sieben Jahre auf. Die Einträge im Ereignisprotokoll der Klienten bleiben dort; sie gehören zu deren Aufzeichnungen.

11. Schlussbestimmungen

Es gilt österreichisches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts und der Verweisungsnormen. Gerichtsstand ist Wien. Erklärungen in Textform (E-Mail, in casse) genügen. Ist eine Bestimmung unwirksam, bleibt der übrige Vertrag wirksam; an ihre Stelle tritt die gesetzliche Regelung. Vertragssprache ist Deutsch; die Kurzfassungen in anderen Sprachen dienen dem Verständnis.